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Pastoralreferentin war 4 1/2 Jahre in unserer Pfarreiengemeinschaft

Mit herzlichen Worten bedankte sich unsere Pfarreiengemeinschaft (PG) bei Pastoralreferentin Lisa Hippe für ihre seelsorgliche Tätigkeit in vielen Bereichen: Was Pfarrer Thomas Eschenbacher und Barbara Oschmann (Pfarrgemeinderats-Vorsitzende in "St. Johannes" Hammelburg und Stellvertretende Vorsitzende des Gemeinsamen Ausschusses der PG) sagten, bekräftigte die Gottesdienstgemeinde am 31. März in Hammelburg - dem offiziell letzten Arbeitstag von Lisa Hippe - mit ihrem Applaus.

Vorher hatte die scheidende Pastoralreferentin in ihrer Predigt der Gemeinde mit den Worten der Fastenaktion des Hilfswerks "Misereor" ans Herz gelegt, etwas aus ihrem Potenzial zu machen und "Zukunft zu sein".

 

"Abschieds-Stichworte" von Lisa Hippe

Viereinhalb Jahre durfte ich Teil der Kirche und der Gemeinden in den „Sieben Sternen" sein. Eine erfüllte Zeit, auf die ich zurückblicken kann: durch die vielen Highlights, auf die ich zurückschauen kann; die Begegnung mit ganz unterschiedlichen Gruppen und Menschen und auch durch die schwierigeren Zeit, die eben auch dazugehören.

Highlight Partnerschaft mit Juruti Velho:
Fahrt miterleben, und dann wie Partnerschaft entsteht, dass Freiwillige von uns rüber gehen, dass wir regelmäßig Junior zu Besuch hatten. Weltkirche wird so nah, das gemeinsame Lernen erlebbar.

Highlight Jugend/Ministrantenarbeit und Romwallfahrt:
Vertrauen, Freude, Kreativität erleben; Jugendgottesdienste (im Schwimmbad, mit einer Leiter in den Himmel, unterwegs oder in der Kirche; Team), Ministranten-Wochenenden.

Highlight Akzente setzen:
Glaubensabende, Geh-Exerzitien, Moderation Wochenende Gemeinsamer Ausschuss, Nacht der offenen Kirchen.

Highlights: Jede einzelne Erstkommuniongruppe, Kinderbibeltag, Krankenkommunion, PGR-Begleitung, Geburtstagsbesuche und und und ...

Ich möchte Danke sagen – allen, die mich offen aufgenommen haben: allen, die mit mir etwas ausprobiert und auch mich kritisch hinterfragt haben – und vor allem dem ganzen Seelsorgeteam für die Rückendeckung und Unterstützung, dem Pfarrbüroteam für die offenen Ohren, die Beratung und Tipps, die mir weitergeholfen haben, und den Mitarbeitern in Kirchenmusik und Sakristeien, die den eine/n oder andere/n Vorschlag/Idee von mir in die Tat umgesetzt und möglich gemacht haben.

Heute gehe ich in eine für mich neue und andere Zukunft, natürlich mit viel Wehmut.
Der Pfarrer hat mich vorab gebeten zu überlegen, was ich der PG mit auf dem Weg geben möchte. Miseror hilft mir dabei: Mach was draus, sei Zukunft! Ich durfte hier in den Gemeinden so viel Potenzial entdecken, so viel Engagement und Herzlichkeit. Deswegen sag ich heut: Macht was draus, seid Zukunft, schaut nicht zurück, sondern gestaltet im Hier und Jetzt – als selbstbewusste, kreative und überzeugte Christen! Mach was draus, sei Zukunft!

 

"Abschieds-Predigt" von Lisa Hippe: "Mensch, wo bist du?"

Liebe Gemeinde,
Mensch, wo bist du? So ist der Titel des diesjährigen Hungertuchs der Misereorfastenaktion. Eine Frage, die der Künstler aus dem ersten Buch der Bibel entnommen hat. Eine Frage an Adam und Eva und der Aufruf von Gott an sie, Verantwortung zu übernehmen und sich der Verantwortung zu stellen. Diese Frage möchte der Künstler auch an uns heute stellen: Mensch, wo bist du? Was tust du? Was zerstörst du? Und was fügst du zusammen? Wofür erhebst du deine Stimme? Und wo versteckst du dich hinter Ausreden? Wo bist du ganz und gar und hörst aufmerksam zu? Wo siehst du weg, und wo stellst du dich deiner Verantwortung?

Uwe Appold, der Künstler des Hungertuchs, stellt diese Fragen in direktem Zusammenhang mit der Botschaft seines Hungertuchs: Er möchte mit seinem Kunstwerk, die Sorge um das gemeinsame Haus „Schöpfung/Erde" in den Mittelpunkt rücken. So ist auch dieses gemeinsame Haus im Hungertuch ins Zentrum gerückt. Es ist im Original aus der Erde des Garten Gethsemane geformt. Das Haus ist dabei nicht fertig. Es ist offen, sodass deutlich wird, dass der Aufruf Gottes „Mensch, wo bist du?" uns auch heute gilt. Ich habe die Verantwortung, an diesem Haus mitzubauen und Lösungen für die Probleme meiner Zeit zu finden. Geborgen und umschlossen ist dieses Haus von einem goldenen Ring, der für die Liebe Gottes steht, eine unendliche und unbedingte Zusage seiner Liebe an alle Menschen, eine Liebe, die auch barmherzig ist und verzeiht, wie wir heute im Evangelium gehört haben. In einer solchen Liebe kann ein Mensch aufrecht leben und handeln, ja wir sind von Gott als aufrechte Menschen geschaffen, die Verantwortung übernehmen sollen. Das zeigen die besonderen Zeichen auf dem Bild und der dargestellte aufrechte Menschen, der von Gott sein Wort empfängt und es weiter trägt. Es lohnt sich also, nach dem Gottesdienst nochmal einen genauen Blick auf das Hungertuch hier vorne zu werfen.

Mensch, wo bist du? Übernimm Verantwortung, oder wie es das Motto der diesjährigen Fastenaktion von Misereor sagt: Mach was draus, sei Zukunft!
Dabei sind uns, denke ich, die Jugendlichen in El Salvador ein Vorbild. Sie stehen im Zentrum der Fastenaktion. Unterstützt von den Mitarbeitern von Misereor beziehen sie Stellung, übernehmen Verantwortung und nehmen ihr Leben neu in die Hand. Und das in einem Land, in dem Armut, Gewalt und Kriminalität so sehr Alltag sind, dass reichere Häuser mit einem Stacheldraht umzäunt sind; in einem Land, in dem Jugendbanden ganze Stadtteile beherrschen und die Polizei nur mit Gewalt reagieren kann; in einem Land, in dem Jugendliche aus dem Teufelskreis von Armut, keiner Ausbildung und Kriminalität nicht herauskommen und über sie gesagt wird, dass sie faul und kriminell sind. Hier nehmen Jugendliche ihr Leben in die Hand und wollen Zukunft sein für ihr Land. Sie reißen nicht aus und verlassen das sinkende Schiff, sondern wollen – ausgehend von ihren Stärken die Lebenssituation – verbessern. Das Projekt „Lebensplan" beispielsweise versucht, Jugendliche dabei zu unterstützen, einen Plan für das eigene Leben zu finden und einen Job zu suchen. Es soll ihnen zeigen, dass sie die Hoffnungsträger in ihrem Land sind für eine bessere Zukunft in Sicherheit und Würde. Im Projekt „Fundasal" steht im Mittelpunkt das Erlernen von Hausbau und das gemeinschaftliche Arbeiten, die gegenseitige Unterstützung bei Bauprojekten. Das schafft Gemeinschaft und Perspektive, nicht nur für die Jugendlichen, sondern auch für die Dorfgemeinschaft.

Wo bist du Mensch? Und: Mach was draus, sei Zukunft! Diese Frage und dieser Aufruf gilt auch uns – und zwar nicht nur in der finanziellen Unterstützung von Misereor, sondern hier in unserem Umfeld stellt sich die Frage, wo wir Hoffnungsträger für eine bessere Zukunft sein können: Sei Zukunft in Gesellschaft:
Hier machen es uns, denke ich, auch unsere jungen Leute vor. Auf Eigeninitiative hat sich eine Gruppe von Jugendlichen gefunden, die sich bei der 72-Stunden-Aktion des BDKJ engagieren möchte, der größten Sozialaktion deutschlandweit; planen für Mai etwas, was Menschen zusammenbringen und miteinander verbinden soll über die Musik und das gemeinsame Feiern. Solche Initiativen sollte es nicht nur 72 Stunden lang geben!

Sei Zukunft für unsere Erde: Gerade demonstrieren Schüler für mehr Klimaschutz. Ich denke, uns ist vieles bewusst; allein: die Umsetzung fehlt noch manchmal und der Wille. Und da nehme ich mich völlig mit rein, wenn ich mich hinterfrage, wie mein Aluminiumfasten läuft, wie viel CO 2 ich in die Luft puste, wie viel Müll ich produziere.

Sei Zukunft in Kirche und Gemeinde: In die Zukunft gehen statt in der Vergangenheit verweilen. Von einem „Früher waren wir mehr" hin zu einem „Heute sind wir viele" und „Wir sind wer" – mit unseren unterschiedlichen Talenten und Fähigkeiten. „Zukunft sein" heißt auch für mich, immer wieder zu überprüfen, was wir feiern und warum, was wir tun und warum – und nicht, weil es schon immer so war. Und gleichzeitig heißt es für mich, selbstbewusst zu sein, zu wissen, welche Gemeinschaft wir hier in unseren Gemeinden haben. Wir müssen nicht erst auf Entscheidungen von „oben" warten. Ich kann jetzt die Zukunft der Kirche aktiv bestimmen, den Kurs gestalten durch meine Einstellung, durch meinen gelebten Glauben und das Eintreten dafür.

Der Aufruf passt also – der Aufruf an mich, an dich, an uns als Gemeinde und Kirche: Mach was draus, sei Zukunft!

 

Ministrant*innen: "Escape" aus Hammelburg

Mitte März fand der letzte Ministranten-Treff mit unserer Ministrantenbeauftragten Lisa Hippe statt. Für diesen Anlass hatte sich Lisa extra 'was Besonderes ausgedacht und gestaltete zwei „Escape Rooms", in denen die kleinen und die größeren Ministrant*innen jeweils eine Stunde für das Lösen von viele kleinen Rätseln hatten, um sich am Ende aus dem Raum zu befreien. Während die jüngeren Minis einen Kriminalfall aufdecken mussten, gingt es bei den Älteren um die Plagen in Ägypten und die Befreiung ins Land, „wo Milch und Honig fließen".

Liebe Lisa, vielen Dank für die tolle und aufwändige Vorbereitung und für die jahrelange Betreuung. Für deine Zukunft wünsche wir deiner Familie und dir alles Gute!

Lisa Herrlein

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