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Freut euch in der Hoffnung,
seid geduldig in der Bedrängnis,
beharrlich im Gebet!

Bibel, Brief an die Gemeinde in Rom, Kapitel 12, Vers 12

Mit dem Advent, der Zeit des Wartens und der Hoffnung, haben wir eine neues Jahresmotto für unsere Pfarreiengemeinschaft: ein einfaches Wort, mehr nicht.
Der Satz aus der Bibel zeigt, wir aktuell und nötig dieses Wort gerade jetzt ist. Denn wir merken immer wieder, wie wir an unsere menschlichen Grenzen stoßen: In einer Zeit mit viel zu vielen negativen Nachrichten brauchen wir vor allem Hoffnung.

                               Zeitungsausschnitt "Main-Post", 29.01.2022 (Foto: Markus Waite)

Wir leben von Vertrauen. Da kann es die Hoffnung  sein, die unserem Blick die richtige Richtung weist. Sie kann uns die nötige Kraft geben, wenn's mal wieder besonders "dunkel" um uns wird, dass wir diesen rettenden "Strohhalm" finden, an den wir uns klammern können: Hoffnung!
Und auch wir selbst können "Hoffnungsträger*innen" sein ...
Pfarrer Thomas Eschenbacher / Pastoralreferent Markus Waite                               Dekoration in der Stadtpfarrkirche Hammelburg zum Advent 2021 (Deko-Team; Foto: Markus Waite)


Ich kenne meine Pläne, die ich für euch habe:
Pläne des Heils und nicht des Unheils.
Denn ich will euch eine Zukunft und eine Hoffnung geben.

Bibel, Buch des Propheten Jeremia, Kapitel 29, Vers 11

 

Der Gott der Hoffnung aber erfülle euch mit aller Freude
und mit allem Frieden im Glauben,
damit ihr reich werdet an Hoffnung
in der Kraft des Heiligen Geistes.

Bibel, Brief an die Gemeinde in Rom, Kapitel 15, Vers 13

 

Solange wir leben, hoffen wir.
Leben ohne Hoffnung ist finster und dumpf.
Ohne Aussicht und Zuversicht verwelken wir.
Es genügt nicht, sich selber Hoffnung zu machen.
Hoffnung braucht einen Grund.
Aus dem Gebet- und Gesangbuch "Gotteslob", Nr. 677, Abschnitt 4: "Hoffnung"

 

JungFranz Bischof Wappen BistumWÜWappen Bischof Dr. Franz Jung, Bistum WürzburgÜbrigens passt dazu auch der Wahlspruch unseres Bischofs Dr. Franz Jung:
"Die Hoffnung ist der Anker der Seele"  (spem ancoram animae),
inspiriert vom biblischen Brief an die Hebräer, Kapitel 6, aus den Versen 18 und 19:
... dass wir die Hoffnung, die uns vorgelegt ist, fest ergreifen.
Diese Hoffnung ist für uns wie ein sicherer, fester Anker unserer Seele.

 

Predigt von Barbara Oschmann und Pastoralreferent
im ökumenischen Gottesdienst am Pfingstmontag 2022 >


Die Welt ist auch heute ein Ort voller Übel, Gefahren und schrecklicher Plagen und die Hoffnung ein scheuer und seltener Gast: Längst nicht abgeklungen sind die Corona-Stürme der vergangenen beiden Jahre, die uns Machtlosigkeit, Angst und Trauer bescherten. Jetzt hält ein Krieg auf europäischem Boden die Welt in Atem und zwingt Millionen Menschen, ihre Wohnungen und Häuser, ihre zerstörten Dörfer und Städte zu verlassen. Während der Klimawandel ungebrochen anhält. Man muss die Krisen, die sich rund um den Erdball aufstauen, gar nicht erst alle aufzählen, um zu erkennen: Wir leben in finsteren Zeiten.

Der Zukunftsglaube befindet sich auf einem historischen Tiefpunkt: Nach einer Umfrage blicken nur noch 19 Prozent mit Hoffnung auf die nahe Zukunft. So wenige wie noch nie. Schockwellen, die den Optimismus angreifen, hat es zwar immer wieder gegeben. Aber weder der Korea-Krieg in den 50er-Jahren noch die Ölkrise Anfang der 70er, noch „Nive-Eleven“, noch die Finanzkrise 2008 haben das Zukunftsvertrauen derart erschüttert. Wer jetzt noch auf das „Prinzip Hoffnung“ (Ernst Bloch) setzt: Ist er nicht selbst schuld, wenn er in nicht allzu ferner Zukunft schrecklich enttäuscht wird?

Aber die Hoffnung ist unverwüstlich. Keine bloße Zuversicht, die mal stärker, mal schwächer sein kann, sondern eine Form der Überzeugung, das Richtige zu tun. Eine Kraft, den Kopf hochzuhalten, wenn alles fehlschlägt. Noch mitten im größten Unglück standzuhalten. Hoffnung ist nicht nur ein Zustand, ein Gefühl. Wir „haben“ sie nicht bloß, sondern sie kann uns dazu verhelfen, dass wir uns als wirksam erfahren. Z.B. wenn uns gegen alle Erwartungen etwas gelingt.

Echte Hoffnung: Schon bei Paulus (1. Korintherbrief) taucht sie neben dem Glauben und der Liebe als eine der drei unverlierbaren göttlichen Tugenden auf: eine der Geisteskräfte, die nach christlicher Auffassung in die Seele der Gläubigen „eingegossen“ sind. Glaube, Liebe, Hoffnung sind langlebiger und zäher als all unsere Rückschläge. „Die Liebe erträgt alles, sie glaubt alles, sie hofft alles.“

„O Hoffnung! holde! gütiggeschäftige! / Die du das Haus der Trauernden nicht verschmähst“, dichtet Friedrich Hölderlin um 1800 in seinen „Nachtgesängen“.

Für Immanuel Kant gehört die Frage „Was darf ich hoffen?“ zu den vier großen Fragen der Philosophie. Er spricht sogar von einer „moralischen Pflicht“ zu hoffen: Nur wenn wir auf ein künftiges Leben hoffen dürfen, in dem wir für unsere diesseitigen Taten bestraft oder belohnt werden, können wir vernünftigerweise auch davon ausgehen, dass nicht alles, was wir auf Erden getan haben, vergeblich war. Ohne Hoffnung kein Antrieb für moralisches Handeln. Und ohne moralisches Handeln keine Freiheit.

Und dennoch stellt sich angesichts dieser Appelle und Imperative die Frage, was uns eigentlich berechtigt, uns an die Hoffnung zu klammern, wenn ein Land in Europa von einem grausamen Krieg heimgesucht wird, der einen ganzen Kontinent mit Furcht und Schrecken überzieht. Wenn uns die Sprache für das alles fehlt. Wenn jeder Fetzen Opitimismus an der blutigen Wirklichkeit zuschanden wird. Ist es nicht wohlfeil, wortreich über Hoffnung dies- und jenseits unserer eigenen Moralvorstellungen zu diskutieren, wenn das Undenkbare, die Katastrophe bereits stattfindet? Hier, direkt vor unsere Augen?

Peter Neumann, deutscher Lyriker, Schriftsteller, Philosoph und Redakteur der „Zeit“, in: Die Zeit, 13.04.2022, S. 49-50


Solange wir lebendig sind, hoffen wir, dass es besser wird. Selbst Sterbende tun das. Hoffnung ist eine nie weichende Ressource und die Grund-Emotion des Lebens schlechthin. Auch wenn sie von Unsicherheit, Angst und Düsternis überlagert sein sollte: Unterschwellig ist die Hoffnung immer da. Man kann sich auf sie verlassen. Denn sie ist der natürliche Feind der Angst.
Verena Kast, Schweizer Psychoanalytikerin, in: Main-Post, 16.04.2022, S. 2

Natürlich gibt es Leute, die mit Tröstungs-Versprechen und Hoffnungs-Rhetorik wenig anfangen können. Die Gläubige für oberflächlich und naiv halten. Aber Hoffende sind eher das Gegenteil von „blauäugig“: Der hoffende Mensch ist kein Optimist, der einfach das Scheitern-Können ausblende. Er ist sich der Bedrohung bewusst. Hoffnung ist, an das Morgen zu glauben. Und daran, dass das sinnvoll ist – nicht nur an Ostern.
Giovanni Maio, Freiburger Philosoph und Medizinethiker, in: „Die Zeit“, Quelle: Main-Post, 16.04.2022, S. 2

Nach der Begegnung mit dem Auferstandenen machen sich die Freund*innen Jesu auf den Weg und erzählen davon. Wir können heute selbst zum Frieden beitragen: Ich kann davon erzählen und die Hoffnung gegen den Fatalismus hochhalten. Ich kann für Geflüchtete spenden und mithelfen, dass sie gut aufgenommen werden. Ich kann versuchen, weniger russisches Öl und Gas zu verbrauchen, und damit meinen Teil dazu tun, dass Putin das Geld für seine mörderische Kriegsmaschinerie ausgeht. Ich kann durch meine Stimme und mein Engagement die Politik motivieren, damit sie das Energiesparen auch im großen Stil organisiert. Dann kommen sogar Frieden und Klimaschutz zusammen.
Max von Egidy, zukünftiger evangelisch-lutherischer Dekan von Uffenheim, in: Main-Post, 16.04.2022, S. 2


Ganz gleich, in welcher Situation ich mich befinde: Ich vertraue darauf, dass ich in Gottes Hand bin. Für mich ist das Gebet sehr wichtig: Solange ich bete, habe ich Hoffnung.

Wenn ich bete, bin ich nicht passiv. Die große Gefahr ist ja, dass wir uns vollkommen ohnmächtig fühlen. Und Ohnmacht lähmt uns, macht uns depressiv. Gut ist es daher auch, mit anderen Menschen gemeinsam zu beten. Und dann steckt in jedem Gebet – gerade im Gebet um Frieden – die Hoffnung, dass die Welt eben nicht nur in der Hand der Mächtigen liegt. Dass Gott andere Gedanken in ihre Köpfe setzen kann: Gedanken des Friedens.

Beten soll uns durchaus inspirieren, etwas zu tun. Wir können den Krieg nicht beenden, aber jeder von uns kann eine versöhnende Sprache sprechen. Wir können spenden oder der Ukraine auf andere Weise helfen.

Die Angst ist da, und man sollte sie nicht verdrängen. Aber man kann diese Angst Gott hinhalten. Man kann ihn um seinen Schutz und seinen Segen bitten.

Anselm Grün, Benediktiner-Pater und Bestseller-Autor, in: Main-Post, 18.05.2022, S. 2


Jesus durchlitt am Gründonnerstag die tiefste Einsamkeit und am Karfreitag den Abgrund des Schmerzes. Er wurde zu Tode gemartert, aber dann kam der unglaubliche Umschwung: seine Auferweckung. Also: selbst in der düstersten Zeit gibt es Hoffnung auf Licht. Für mich hat Ostern selten so zur politischen Lage gepasst wie jetzt.
Sigurd Rink, evang. Militärbischof, in: Die Zeit, 13.04.2022, S. 60

Shalom Ben-Chorin floh vor den Nazis nach Israel und war ein großer Versöhner. Ein Lied von ihm handelt von der Hoffnung auf Leben und Frieden. Er hat es 1942 geschrieben
(Margot Käßmann, ehem. evang. Bischöfin und Vorsitzende der EKD, in: Die Zeit, 13.04.2022, S. 60):

Freunde, dass der Mandelzweig
wieder blüht und treibt,
ist das nicht ein Fingerzeig,
dass die Liebe bleibt?

Dass das Leben nicht verging,
soviel Blut auch schreit?
Achtet dieses nicht gering
in der trübsten Zeit.

Tausende zerstampft der Krieg.
Eine Welt vergeht.
Doch des Lebens Blütensieg
leicht im Winde weht.

Freunde, dass der Mandelzweig
wieder blüht und treibt,
ist das nicht ein Fingerzeig,
dass die Liebe bleibt?

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