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Trotz aller Wehmut haben wir am Sonntag, 4. August, mit einem südamerkankisch-fröhlichen Gottesdienst und Empfang den leitenden Pfarrer unserer Pfarreiengemeinschaft nach etwas mehr als 3 Jahren nach Bolivien verabschiedet - Seine Abschiedspredigt und der Dank der Pfarreiengemeinschaft im Wortlaut

Um 18.00 Uhr feierten wir gemeinsam die Messe in der Stadtpfarrkirche Hammelburg. Mit dabei waren zahlreiche Menschen aus Hammelburg und Umgebung, das komplette Seelsorgeteam der Pfarreiengemeinschaft, Militärpfarrer Stephan Frank, Bruder Pius Pfaller vom Franziskanerkloster Altstadt sowie als Gäste unser früherer Kaplan, Pfarrvikar Christian Kern, unser zukünftiger Kaplan Murphy. Ein bunt gemischter Projektchor aus allen (kirchlichen Chören der) Ortschaften unserer Pfarreiengemeinschaft gestaltete den musikalischen Teil mit südamerikanischen Rhythmen, und die Freude sprang trotz aller Wehmut über!
Wir dokumentieren die Abschiedspredigt von Pfarrer Müssig und den Dank der Pfarreiengemeinschaft. Außerdem finden Sie hier einen Bericht von Barbara Oschmann.

Für den anschließenden Stehempfang vor der Kirche bei hochsommerlichem Wetter hatte Barbara Oschmann bolivianisch dekoriert. "Cafe Hoffnung" und der Pfarrgemeinderat St. Johannes Hammelburg organisierten zusammen mit Hausmeister Michael Brendan einen festlich-fröhlichen Rahmen für die persönlichen Abschiede von Pfarrer Müssig.

Abschiedspredigt

(Biblische Lesungen: 1. Korintherbrief, Kap. 3, Verse 5-17; Matthäus-Evangelium, Kap. 5, Verse 13-16)

Liebe Gemeinde, Schwestern und Brüder in der Nachfolge Jesu!

Ich schnüre meine Pilgerschuhe. Aufbruch zeichnet sich ab, auch wenn der Gemeindealltag mit Freude und Leid mich dieser Tage noch ganz gefangen hält. Es fließt ja noch eine Menge Wasser die Saale hinunter, bis der Möbelwagen vor der Türe steht und die Maschine von Frankfurt aus abhebt. Der Ferien willen halten wir schon heute Abschied.

Gut drei Jahre sind vergangen, seitdem ich zum ersten Mal hier stand. Schon damals wurden die Worte des Apostels Paulus an die Gemeinde in Korinth (1 Kor 3,5-17) vorgelesen. Ich habe sie heute wieder ausgewählt. Sie haben nichts von ihrer ermutigenden Kraft verloren; sie haben sich nicht erschöpft und nicht verbraucht: „Der Gnade Gottes entsprechend, die mir geschenkt wurde, habe ich wie ein guter Baumeister den Grund gelegt; ein anderer baut darauf weiter.“
Und: „Pfarrer kommen, Pfarrer gehen; Jesus Christus bleibt bestehen“, wie es Pfarrer Edwin Erhard nach der Bekanntgabe meines Weggangs vor wenigen Monaten formulierte.

Und doch bleibt ein bisschen Herzblut zurück, manche Schweißperlen auf der Stirn und manche Träne, die der Boden aufgesogen hat. Das ist auch in Ordnung so: „Von nichts kommt nichts.“
Ich danke allen, die sich mit mir – und vielleicht auch trotz meiner Person – in diesem „Ackerfeld der Sieben Sterne“ mühten und mühen!

Es gibt Lebensabschnitte, da verdichten sich viele Erfahrungen. Dabei muss sich nicht Highlight an Highlight, Höhepunkt an Höhepunkt reihen, und doch geschieht Wesentliches. Ein Haus baut man nicht vom Dach herab, sondern von den Fundamenten her auf. Darin finden auch die Steine, die auf dem Weg herumliegen, ihren sinnvollen Platz und tragen zur Festigkeit bei.
Gestern haben Michael Brendan und Markus Schlereth die letzten Bruchsteine im Gelände des Pfarrzentrums verräumt: Danke für dieses Abschiedgeschenk!
Danke für alle Mithilfe, dass äußere und manche innere Baustellen hier in der Pfarreiengemeinschaft in Bewegung gekommen und auch einen vorläufigen Abschluss gefunden haben! Danke allen, die sich dafür einsetzten und einsetzen!
Ich verspreche Ihnen und meinen Nachfolgern: Ans Ende kommt ein Seelsorger und eine Gemeinde im Aufbruch ja nie. Mehr denn je spüren und erleben wir ja und gilt unsere Sorge darum, welche Zukunftswege sich auftun werden, Schritt für Schritt.

Ich bitte dennoch darum, mich jetzt wieder ziehen zu lassen, auch wenn liebe Menschen zurückbleiben: ein Mitarbeiterteam, das mich getragen hat, und die vielen Menschen aller Altersstufen – vom Kindergarten bis zu den Senioren –, die Teil meines Lebensweges hier geworden sind und aus deren Gegenwart ich auch gelebt habe.

Es gibt Pfarrer, die sesshaft werden und bleiben. Und es gibt die, die es – dem Paulus gleich – immer neu zum Aufbruch drängt. Ich bin privilegiert, so einen Neuaufbruch über die Grenzen unserer Diözese hinaus noch einmal wagen zu dürfen, mit möglichen Risiken und Nebenwirkungen, die in so einem Wagnis drinstecken. Lange habe ich die Entscheidung abgewogen. Im Letzten lege ich sie in Gottes Hand; er wird es fügen und mich führen.

Im Aufbruch und im Neubeginn ist mir die Zusage des Evangeliums (Mt 5,13-16) kostbar. Sie gilt nicht nur mir, sondern jedem und jeder von uns: „Ihr seid das Salz der Erde; ihr seid das Licht der Welt!“ Es ist unfassbar, was uns da Christus in der Schwäche der menschlichen Mittel zusagt. Aber solche Salzkörner durfte ich auch in diesen drei Jahren immer wieder verkosten. Aus einer Krise kann Neues und Gutes aufbrechen:
Ich denke an unser neues Küsterteam aus Jugendlichen und Erwachsenen, das sich nach dem plötzlichen Tod von Alfred Weigand in Obererthal geformt hat.
Ich bin immer wieder beschenkt, wie im Blick auf die Flüchtlinge in unserer Stadt Hammelburg Menschen aktiv werden und zupacken.
Ich bin beschenkt von der Treue im Gebet, ob beim Rosenkranz oder im Donnerstagsgebet.
Tragen Sie mich auch über die Hammelburger Zeit hinaus darin ein wenig mit!

Wohl aus der Zeit von Pfarrer Michael Sell und Pastoralreferent Malte Krapf, dem vormaligen Seelsorgeteam, fand ich in den Tiefen der Büroschränke Tütchen und Döschen mit Salz. Auch ein Pfarrer Müssig knüpft ja an und profitiert auch von den Schätzen der Vergangenheit ... Ich denke und hoffe, dieses Salz ist noch nicht schal geworden!
Im Schrank nützt es allerdings nichts: Es muss unter die Leute. Es muss in die Welt, egal welche Sprache dort gesprochen wird. Es kann unseren Alltag würzen und erinnert an den Geschmack des Gottesreiches. Nehmt es mit auf den Weg, in unsere Dörfer, Familien und Alltagswelten! Selbst wenn die Tütchen nicht reichen am Ende der Feier, so gilt doch die Zusage Jesu:
„IHR seid das Salz der Erde; IHR seid das Licht der Welt“ – wertvoll, kostbar und ein Segen für diese Zeit. Wagt Euch ohne Furcht! Amen.

Pfarrer Christian Müssig, 4. August 2013

 

Dank der Pfarreiengemeinschaft

Lieber Herr Pfarrer Müssig, lieber Christian,
liebe Schwestern und Brüder unserer Pfarreiengemeinschaft „Sieben Sterne im Hammelburger Land“, sehr verehrte Geistlichkeit, liebe Gäste aus nah und fern!

Ein Pfarrer bleibt in der Regel – so ungefähr ist zumindest die Empfehlung des Ordinariats – zehn bis 15 Jahre in einer Pfarrgemeinde. Jetzt hängt es natürlich auch von der Person des Pfarrers ab, aber wenn er viel länger bleibt, kann es für beide Seiten – sprich Pfarrer und Gemeinde – unter Umständen auch ganz schön schwierig werden. Wenn der Pfarrer aber deutlich kürzer bleibt, was dann? Dann werden vielfältige Vermutungen angestellt: Haben sich Pfarrgemeinde und Pfarrer nicht vertragen? Gefällt es dem Pfarrer bei uns nicht? Oder – was wir ja auch schon hatten – bekommt der Pfarrer gar ein Kind?

Oder ist vielleicht die Zeitdauer, die der Pfarrer bei uns war, gar falsch berechnet, und es wäre tatsächlich an der Zeit für einen Wechsel? Schließlich gibt es ja z.B. auch im Tierreich die Berechnung, dass ein Menschenjahr sieben Hundejahren entspricht. Ich habe es jetzt mal grob überschlagen, und sieben Pfarrgemeinden mal drei Jahre ..., das sind schon stolze 21 Jahre, lieber Christian, die Du hier in der Pfarreiengemeinschaft verbracht hast! Ich vermute zumindest mal, dass man das so rechnen könnte, nachdem der Pfarrer ja alle Veranstaltungen wie Pfarr- und Kindergartenfeste, Pfarrgemeinderats- und Kirchenverwaltungssitzungen und was sonst noch in den Pfarrgemeinden stattfindet, auch siebenfach wahrnehmen darf und dann zusätzlich noch den Gemeinsamen Ausschuss hat und Verwaltungsdinge, die ohne Pfarreiengemeinschaft nicht anfallen würden, erledigen muss.

Wenn ich aber so recht überlege und mir Deine Zeit hier so Revue passieren lasse, dann glaube ich, dass keiner der bisher genannten Gründe Deinem Weggang aus unserer Pfarreiengemeinschaft zugrunde liegt, sondern dass es Dich, wie wir es aus vielen Kriminalgeschichten kennen, einfach wie einen Täter an den Tatort – nämlich nach Bolivien – zurück zieht.

Du bist vor drei Jahren von Südamerika in das Saale- und Thulbatal gekommen und hast Dich auf ein neues Abenteuer, nämlich die „Übernahme der Pfarreiengemeinschaft Sieben Sterne im Hammelburger Land nach dem Weggang von Michael Sell“, eingelassen. Sicher, die Situation hier war nicht ganz einfach, aber mit Deiner ruhigen Art, genau zuhörend, exakt analysierend, oft auch humorvoll und mit bildreicher Sprache hast Du es mit viel Engagement fertig gebracht, uns auf dem Weg in ruhigere Gewässer zu begleiten. Du hast nicht immer für alles gleich eine Lösung parat gehabt, aber stets gute Anregungen, damit wir dann gemeinsam nach Lösungen suchen konnten. Leider bringst Du Dich nun selbst um die Früchte Deiner gut dreijährigen Aufbauarbeit, das ist schade!

Trotz Deiner relativ kurzen Zeit hier gibt es viele Dinge, die wir vermissen werden. Beispielhaft seien hier genannt:

  • Deine – wie heute ja auch – originellen, tiefgehenden und immer wieder mit einer Prise Humor gewürzten Predigten, bei denen wir gut zuhören und uns oft anregen lassen konnten,
  • bewegende und einfühlsame Feiern, z.B. an Festtagen, bei Beerdigungen oder Segnungen,
  • eine gute, effektive, und harmonische Zusammenarbeit im Seelsorgeteam, in den Gremien der Pfarreiengemeinschaft und der Einzelpfarreien,
  • Deine Gastfreundschaft – ob gegenüber Jugendgruppen, die Du kurzfristig und unkompliziert im Pfarrzentrum zum Übernachten untergebracht hast, oder gegenüber Deinen Pfarrhaus-Gästen, z.B. den Kaplänen oder auch den Sondergästen Chris Keke, Godwin Uguru, Franz Han und dem Praktikanten Maximilian Schultes,
  • und nicht zuletzt Dein Engagement für die Flüchtlinge in dieser Stadt, sei es dass Du selbst im Team des Freundeskreises für Flüchtlingshilfe aktiv bist oder Dich darum gekümmert und es organisiert hast, dass die Flüchtlingskinder den Kindergarten in Untererthal besuchen können.

Auch wenn Du zum Abschied überhaupt keine Rede und auch keine Geschenke haben wolltest, da Du sie aufgrund der beschränkten Gepäckkapazität eh nicht mitnehmen kannst, haben wir uns dennoch etwas überlegt, was ich Dir nun im Namen Deiner Pfarreiengemeinschaft überreichen möchte:

  • Irgendwer – ich weiß jetzt leider nicht mehr, ob das sogar Du selbst warst – hat Deine Pfarreiengemeinschaft einmal die „Metaxa-Pfarreiengemeinschaft“ genannt – man sieht hier auf der Flasche die Sieben Sterne –, und deshalb bekommst Du, damit Du bei den vielen Abschieden, die Du in den nächsten Tagen sicherlich noch haben wirst, auch etwas zum Anstoßen hast, diese Flasche.
  • Einem Missionar, der auf die Reise geht, wird gerne ein Geldgeschenk für seine Projekte mitgegeben. Da Du nach eigenem Bekunden vorerst noch keinen Bedarf hast, haben wir uns im Gemeinsamen Ausschuss überlegt, dass wir Dir einen Gutschein, der ja leicht transportierbar ist, mitgeben, den Du bitte zu gegebener Zeit dann auch einlöst und mit dem wir Dir zusagen, dass, wenn Du Förderbedarf für ein Projekt hast, wir in den Sieben Sternen eine Extra-Kollekte für dieses Projekt durchführen werden.
  • Dann war unser Gedanke, dass Du etwas bekommen sollst, was keinen bzw. nur wenig Platz in Deinem Gepäck braucht, Dich an Deine Zeit bei uns erinnert und Dir zeigt, dass die Menschen in dieser Pfarreiengemeinschaft Dich in ihr Herz geschlossen haben. Unsere Hammelburger Holzbildhauerin Maria Budewitz hat dies für uns praktisch umgesetzt, und so darf ich Dir einen – naja, etwas größeren – Handschmeichler aus Birnenholz in Form eines Herzens überreichen, auf dessen einer Seite unser Dank an Dich schlicht mit dem Wort „Danke“ ausgedrückt wird und auf dessen anderer Seite die sieben Sterne abgebildet sind. Ach nein, wir sind ja faktisch bereits acht Sterne – denn die Kuratie Christkönig zählt ja, obwohl sie pfarrermäßig durch den Militärpfarrer noch Selbstversorger ist, auch zu unserer Pfarreiengemeinschaft –, und so pirscht sich von oben rechts der achte Stern heran.
  • Da wir nicht wissen, wie Dein Empfang in Bolivien ausschauen wird, ob Du gar wie der Staatspräsident empfangen wirst, bekommst Du schon hier einen Blütenkranz in den Nationalfarben Boliviens umgehängt.

Lieber Christian,
für Deine Zeit und Dein gutes Wirken hier bei uns Danke und „Vergelt's Gott“!
Vaya con Dios – geh mit Gott!

Siegfried Schilling
für den Gemeinsamen Ausschuss des Pfarreiengemeinschaft

 

Bericht von Barbara Oschmann

„Caminando va – Leben lebt vom Aufbruch“
Pfarrer Müssig mit einem herzlich-fröhlichen Gottesdienst verabschiedet

„Caminando va – Leben lebt vom Aufbruch“. Das Eingangslied brachte es auf den Punkt: Pfarrer Christian Müssig bricht nach drei Jahren in unserer Pfarreiengemeinschaft in seine „Wahlheimat“ Bolivien auf.

In einem würdigen, berührenden, aber auch fröhlichen Gottesdienst verabschiedete sich der Pfarrer von seiner Pfarreiengemeinschaft – und diese von ihm. Nach drei Jahren in Hammelburg und Umgebung geht er Ende September wieder nach Bolivien, in die Diözese Santa Cruz de la Sierra, wo er vor seiner Hammelburger Zeit schon war. Ihm zur Seite standen im Gottesdienst der ehemalige Kaplan Christian Kern, der künftige Kaplan Murphy, Militärpfarrer Stephan Frank, Pfarrer Edwin Erhard, Diakon Kim Sell und Frater Pius Pfaller vom Kloster Altstadt.

„Ich muss erst einmal schnaufen, nicht nur wegen dem Weihrauch“, begrüßte der sichtlich bewegte Pfarrer die zahlreichen Gottesdienstbesucher. Vertreter der zugehörigen Gemeinden trugen Holzsterne zum Altar, für jede Gemeinde symbolisch einen. Etwa 50 Sängerinnen und Sänger aus verschiedenen Gruppen und Gemeinden hatten sich zu einem großen Gemeinschaftschor samt Band zusammengefunden und gestalteten den Gottesdienst musikalisch.

Als Lesung hatte Pfarrer Müssig ein Pauluswort aus dem Korintherbrief gewählt, das schon bei seinem Einführungsgottesdienst gelesen worden war: „Ich habe gepflanzt, Apollos hat begossen, Gott aber ließ wachsen. Der Gnade Gotte entsprechend, die mir geschenkt wurde, habe ich wie ein guter Baumeister einen Grund gelegt; ein anderer baut darauf weiter.“ Die Gemeinde ermutigend zitierte er in seiner Ansprache die Worte des Matthäus-Evangeliums „Ihr seid das Salz der Erde.“ „Ich durfte dieses Salz in den letzten drei Jahren immer wieder verkosten. Viele haben mich getragen, sind Teil meines Lebensweges geworden,“ dankte Müssig für alles Engagement und alle Offenheit. „Doch ich bitte, mich jetzt wieder ziehen zu lassen.“ Vieles habe sich zusammengefügt, konnte er eine positive Bilanz ziehen.

Vertreter aus allen Gemeinden trugen Fürbitten vor und brachten vor allem Dank für die Arbeit des Pfarrers zum Ausdruck – verbunden mit guten Wünschen für seine, aber auch für die Zukunft der Pfarreiengemeinschaft.

Kirchenpfleger Siegfried Schilling dankte in aller Namen auf humorvolle Art dafür, dass Pfarrer Müssig die Pfarreiengemeinschaft nach manchen Unruhen „in ruhigere Gewässer“ geleitet habe. Er drückte aus, „was wir vermissen werden“: die tiefgründigen Predigten, die einfühlsame Gestaltung von Feiern, Gottesdiensten und Beerdigungen, die konstruktive Gremienarbeit, die Gastfreundschaft und nicht zuletzt das Engagement für die Flüchtlinge. Da Pfarrer Müssig die Pfarreiengemeinschaft einst scherzhaft als „Metaxa-Pfarreiengemeinschaft“ (Sieben Sterne) bezeichnet hatte, übergab Schilling eine Flasche dieses Getränks. Außerdem sagte er per Gutschein eine Geldspende für ein konkretes Projekt in Bolivien zu. Große Freude rief beim scheidenden Pfarrer ein Handschmeichler aus Birnenholz in Herzform hervor mit dem Schriftzug „Danke“ auf der einen und Sternen der Pfareiengemeinschaft auf der anderen Seite.

Ein Strahlen ging schließlich über des Pfarrers Gesicht, als Siegfried Schilling ihm eine Begrüßungsblütenkette in den bolivianischen Farben umhängte. „Vaya con Dios“, sagte Schilling, „geh mit Gott!“ – „Gracias“, antwortetete der Pfarrer. Beim Stehempfang rund um die Kirche nutzten die Menschen aus Hammelburg und Umgebung dann bis in die späten Abendstunden die Gelegenheit, sich persönlich von ihrem Pfarrer zu verabschieden.

 Barbara Oschmann

 

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